Prozessanalyse klingt nach Workshop und Haftnotizen. Nützlich wird sie, wenn am Ende eine Reihenfolge steht: was diese Woche anders laufen kann, was ein Projekt braucht, und was man lassen sollte. So gehen wir vor.
1. Den Ablauf sichtbar machen
Wir laufen mit den Menschen mit, die den Vorgang tragen. Nicht mit dem Organigramm. Start, Übergabe, Wartezeit, System, Zettel. Eine Kette reicht für den Anfang. Wer drei Ketten gleichzeitig zeichnet, verliert den Engpass.
2. Zeiten und Kosten messen
Schätzung ist ein Anfang, Messung ist die Grundlage. Wie oft am Tag, wie viele Minuten, welcher Stundensatz, welche Fehler danach noch einmal Arbeit machen. Ohne diese Zahlen ist jede Automatisierung eine Meinung.
3. Varianten und Ausnahmen notieren
Der Ablauf, den alle beschreiben, ist der glatte Fall. Der teure Fall ist die Ausnahme: der Sonderwunsch, die fehlende Pflichtangabe, das Teil mit anderer Geometrie. Wir schreiben auf, wie oft sie vorkommt. Seltene Ausnahmen bleiben beim Menschen. Häufige Ausnahmen sind der eigentliche Prozess und gehören in die Gestaltung.
4. Den Engpass bestimmen
Nicht jeder lange Schritt ist der teure. Manchmal wartet die Küche, manchmal das Lager, manchmal eine einzelne Freigabe. Der Engpass ist die Stelle, an der zusätzliche Technik oder zusätzliche Ordnung den Durchsatz wirklich hebt. Alles davor ist Beschäftigung.
5. Maßnahmen nach Wirkung und Aufwand sortieren
Drei Stapel: sofort, mittelfristig, strategisch. Sofort sind Streichungen und eine führende Information. Mittelfristig sind Workflow, Schnittstelle, Schulung. Strategisch sind Roboter, Zellen, neue Systeme. Software und Roboter stehen im letzten Stapel, bis die ersten beiden nicht reichen.
Der Robowerq Prozess-Check liefert genau diese fünf Schritte für einen Prozess, eine Abteilung oder ein Unternehmen. Bei einem anschließenden Projekt rechnen wir den Check an.
Eine kurze Liste zum Selbstprüfen liegt auf der Seite Checkliste Prozessanalyse. Sie ersetzt die Aufnahme vor Ort nicht, sie zeigt aber, ob sich ein Termin lohnt.

